Oberrheingraben - Forschungsbohrung "Heidelberger Loch"

Beschreibung

Im Zentrum des Vorhabens stehen die drei Forschungsbohrungen Heidelberg UniNord, Viernheim und Ludwigshafen-Parkinsel, die im Bereich des Heidelberger Beckens abgeteuft wurden. Die Bohrkerne liegen vollständig in Linern vor, so dass zur wissenschaftlichen Bearbeitung qualitativ hochwertiges Material zur Verfügung steht. Fertig gestellt sind zwei 300 m tiefe Bohrungen im Bereich Ludwigshafen-Parkinsel (Rheinland-Pfalz) sowie die Forschungsbohrung Viernheim (Hessen) mit einer Endteufe von 350 m. Die mit geplanten 500 m Endteufe tiefste Bohrung in der Nähe des Sportzentrums Nord der Universität Heidelberg (Baden-Württemberg) ist derzeit aus technischen Gründen bei einer Teufe von 190,4 m eingestellt, soll aber im Laufe des Jahres 2007 abgeschlossen werden (zur Lage der Bohrungen vgl. Abbildung). Ziel des Forschungsvorhabens ist es, mit den drei Bohrungen unterschiedliche Faziesräume des Heidelberger Beckens zu erkunden. Das Heidelberger Becken stellt die größte quartäre Sedimentsukzession im Oberrheingraben dar. Erwartet wird somit ein zeitlich hoch aufgelöstes Sedimentarchiv, das insbesondere ein detailliertes Abbild der pleistozänen Landschafts- und Klimaentwicklung aufzeigt. Dazu werden Erkenntnisse zur tektonischen Entwicklung des nördlichen Oberrheingrabens im Pliozän und Pleistozän erwartet (vgl. auch GMIT Nr. 25 S. 66-68). Während die Forschungsbohrungen in einer engen Zusammenarbeit zwischen dem Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau im Regierungspräsidium Freiburg (Baden-Württemberg, LGRB), dem Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG), dem Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz (LGB RP) und dem GGA-Institut realisiert werden, sollen an der weiteren wissenschaftlichen Bearbeitung auch zahlreiche Universitätsinstitute aus ganz Deutschland beteiligt werden.